kapnovis logo

Was sind 10.000 Euro in 10 Jahren noch wert? So wirkt Inflation auf Ihr Vermögen

10.000 Euro bleiben 10.000 Euro – aber ihre Kaufkraft nicht

Wer heute 10.000 Euro zurücklegt, besitzt auch in einigen Jahren nominal noch 10.000 Euro – sofern Zinsen, Gebühren und andere Veränderungen unberücksichtigt bleiben. Doch entscheidend ist nicht nur die Zahl auf dem Konto, sondern auch, was man sich für dieses Geld noch kaufen kann.

Genau hier macht sich Inflation bemerkbar. Steigen die Preise über längere Zeit, verliert Geld schrittweise an Kaufkraft. Das fällt von einem Jahr zum nächsten oft kaum auf. Über zehn oder zwanzig Jahre kann der Unterschied allerdings beträchtlich sein.

Was bedeutet Inflation für Ihr Geld?

Inflation beschreibt vereinfacht den Anstieg des allgemeinen Preisniveaus. Kostet ein bestimmter Warenkorb heute beispielsweise 100 Euro und später 103 Euro, benötigt man mehr Geld, um dieselben Waren und Dienstleistungen kaufen zu können.

Für Sparer bedeutet das: Der Kontostand kann unverändert bleiben, während die tatsächliche Kaufkraft sinkt.

Interessant wird es deshalb, wenn man nicht nur auf die Inflationsrate eines einzelnen Jahres schaut, sondern einige Jahre weiterrechnet.

Was sind 10.000 Euro nach zehn Jahren noch wert?

Nehmen wir für eine einfache Modellrechnung eine durchschnittliche Inflation von
2,5 Prozent pro Jahr an. Unter dieser Annahme entsprechen 10.000 Euro nach
zehn Jahren nur noch einer heutigen Kaufkraft von rund:

7.812 Euro

Man kann die Rechnung auch umdrehen. Um sich in zehn Jahren ungefähr das
leisten zu können, was heute 10.000 Euro kostet, wären bei derselben
angenommenen Inflationsrate rund:

12.801 Euro

erforderlich.

Wie groß der Unterschied schon bei leicht veränderten Inflationsraten ausfällt,
zeigt die folgende Modellrechnung:

Durchschnittliche Inflation Heutige Kaufkraft von 10.000 € nach 10 Jahren
2,0 % p. a.ca. 8.203 €
2,5 % p. a.ca. 7.812 €
3,0 % p. a.ca. 7.441 €

Natürlich ist das nur eine vereinfachte Rechnung. Die Inflation bleibt über zehn
Jahre nicht konstant und ihre zukünftige Entwicklung lässt sich nicht verlässlich
vorhersagen. Das Beispiel zeigt aber sehr anschaulich, wie stark sich selbst
vergleichsweise moderate Preissteigerungen mit der Zeit auswirken können.

Warum Zeit einen so großen Unterschied macht

Zwei oder drei Prozent Inflation klingen zunächst nicht besonders dramatisch.
Der entscheidende Faktor ist die Zeit. Jahr für Jahr wirkt die Preissteigerung auf
einem bereits höheren Preisniveau weiter.
Wer Geld für zehn, fünfzehn oder zwanzig Jahre zurücklegt, sollte sich deshalb
nicht nur die Frage stellen: „Wie viel Geld habe ich später?“ Mindestens genauso
wichtig ist die Frage: „Was kann ich mir für dieses Geld dann noch leisten?“

Kapital erhalten ist nicht dasselbe wie Kaufkraft erhalten

Hier lohnt sich eine Unterscheidung. Kapitalerhalt bedeutet zunächst nur, dass
aus 10.000 Euro nicht weniger als 10.000 Euro werden. Beim Kaufkrafterhalt geht
es dagegen darum, den Wertverlust durch steigende Preise auszugleichen.

Bei einer angenommenen Inflation von 2,5 Prozent müsste sich das Vermögen
also entsprechend entwickeln, damit seine heutige Kaufkraft – vor
Berücksichtigung von Kosten und Steuern – erhalten bleibt.

Für viele Anleger endet die Überlegung allerdings nicht an diesem Punkt.
Langfristig soll das vorhandene Vermögen häufig nicht nur erhalten werden,
sondern wachsen. Und damit kommt die Rendite ins Spiel.

Welche Rolle spielt Rendite beim Vermögensaufbau?

Rendite kann zunächst dazu beitragen, den Kaufkraftverlust auszugleichen. Liegt sie darüber, kann – unter Berücksichtigung der jeweiligen Kosten, Steuern und Risiken – zusätzlich reales Vermögenswachstum entstehen.

Auch dazu ein vereinfachtes Rechenbeispiel: Werden 10.000 Euro über zehn Jahre rechnerisch mit 6 Prozent pro Jahr verzinst und die Erträge jeweils wieder angelegt, ergeben sich am Ende rund:

17.908 Euro

Bei der zuvor angenommenen Inflation von 2,5 Prozent wären nach zehn Jahren rund 12.801 Euro erforderlich, um die ursprüngliche Kaufkraft von 10.000 Euro abzubilden.

Daran lässt sich der Unterschied zwischen Kaufkrafterhalt und Vermögensaufbau gut erkennen. Entscheidend ist allerdings, welche Rendite tatsächlich erzielt wird und welche Kosten, Steuern und Risiken mit einer Anlage verbunden sind.

Die 6 Prozent in diesem Beispiel sind deshalb ausdrücklich eine Modellannahme und keine Renditeprognose.

Wie Rendite, Zeit und Zinseszinseffekt beim langfristigen Vermögensaufbau zusammenspielen, zeigen wir ausführlicher im Beitrag „Kaufkraft erhalten und Vermögen aufbauen: Warum Rendite langfristig den Unterschied macht“.

Festzins und zusätzliche Ertragschancen

Nicht jede Kapitalanlage erwirtschaftet ihre Rendite auf die gleiche Weise. Bei Unternehmensfinanzierungen kann beispielsweise eine vertraglich festgelegte Verzinsung mit einer zusätzlichen Beteiligung am wirtschaftlichen Erfolg kombiniert werden.

Der Festzins bildet dabei eine von vornherein definierte Ertragskomponente entsprechend den jeweiligen Anlagebedingungen. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Anlage dadurch risikofrei wird. Kann ein Emittent seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen, können auch vereinbarte Zins- und Rückzahlungen ausfallen.

Eine Gewinnbeteiligung funktioniert anders. Sie eröffnet die Chance auf einen zusätzlichen Ertrag, hängt aber von der wirtschaftlichen Entwicklung und den konkreten Vertragsbedingungen ab. Sie ist deshalb nicht garantiert.

Wer sich neben klassischen Anlageformen mit Unternehmens- oder Zukunftsinvestments beschäftigt, wird immer wieder auf solche Modelle stoßen. Dabei sollte neben den möglichen Erträgen immer auch das jeweilige Risiko betrachtet werden.

Fazit: Entscheidend ist, was das Geld später noch wert ist

Fazit: Entscheidend ist, was das Geld später noch wert ist 10.000 Euro können auch in zehn Jahren noch als 10.000 Euro auf dem Konto stehen. Was man sich dafür kaufen kann, ist eine andere Frage.

Für eine langfristige Vermögensplanung lohnt es sich deshalb, zwischen Kapitalerhalt, Kaufkrafterhalt und tatsächlichem Vermögensaufbau zu unterscheiden. Rendite spielt dabei eine wichtige Rolle – sie sollte aber nie losgelöst vom jeweiligen Risiko betrachtet werden.

Investment entdecken und unverbindlich Informationen anfordern